Die Toten vom Gardasee – Ein spannendes Krimidebut

Am Gardasee geht ein Serienmörder um, der es auf junge Männer abgesehen hat. Was die Ermittlungen so schwierig macht, ist, dass bisher keine einzige Leiche gefunden wurde. Eines Tages erhält der Dokumentarfilmer Luca Spinelli überraschenden Besuch von Kommissar Vianelli, der ihn bittet, bei den Ermittlungen zu helfen. Der Grund, Luca kennt sich in dieser Gegend aus wie kein anderer und besitzt aufgrund seiner Arbeit als Filmemacher Kontakte zu vielen Bewohnern des Gardasees. Luca kommt tatsächlich bei seinen Filmaufnahmen auf eine erste Spur des unheimlichen Mörders …

Regionalkrimis sind seit längerer Zeit äußerst beliebt. So groß die Vielfalt an Tatorten, so groß ist allerdings auch der Unterschied der Qualität der Romane. Alessandro Montanos Debut „Die Toten vom Gardasee“ gehört hierbei eindeutig zu den besseren Romanen. Nicht nur, weil Montano beweist, dass er hervorragend schreiben kann. Sein erster Roman besticht auch durch einen dichten Spannungsaufbau.

Der Mörder bleibt unsichtbar, das einzige, was Luca und das Team um Kommissar Vianelli herausbekommen, sind Andeutungen über die Gräueltaten, die der Serientäter begeht. Diese vergebliche Suche nach einer konkreten Spur, die die Arbeit der Polizei bestimmt, ist es, was den genau recherchierten Roman so faszinierend macht. Man fragt sich natürlich beim Lesen ständig, wie die Figuren endlich auf eine heiße Spur stoßen könnten. Und dies scheint sich Montano selbst gefragt zu haben, denn die ersten brauchbaren Hinweise stammen schließlich von einer Hellseherin. Genau an dieser Stelle schwächelt der ansonsten durchweg spannende Roman. Da die Hellseherin eigentlich ziemlich alles weiß, wieso kennt sie dann nicht den Namen des Mörders?

Montano wollte wohl einen kleinen Schwenk in den Mystery-Bereich wagen, um dadurch die Atmosphäre dichter und beklemmender zu gestalten. Das hätte nicht sein müssen, da die Geschichte um einen seit Jahrzehnten umgehenden Serienmörder auch so eindeutig ihren Reiz besitzt. So gelingt es Montano vor allem sehr gut, die persönlichen Konflike Lucas in den Fall mit einzubeziehen, was die Geschichte zusätzlich interessant macht.

Dass Alessandro Montano selbst mehrere Jahre am Gardasee verbracht hat, merkt man den exakten Beschreibungen der Orte an. Daraus ergibt sich eine spannende Gegenüberstellung zwischen sonnenverwöhntem Urlaubsort und dem düster-unheimlichen Fall, der sich dort abspielt.

Doch, „Die Toten vom Gardasee“ kann man als eine feine Entdeckung betrachten. Und man beendet den Roman mit dem Wunsch, bald mehr von dem Autor lesen zu dürfen.

Alessandro Montano. Die Toten vom Gardasee. Emons: Verlag 2017, 272 Seiten, 11,90 Euro, ISBN: 978-3-7408-0070-3

 

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