Assault – Anschlag bei Nacht (1976)

aussaultMit „Assault on Precinct 13“ schuf Starregisseur John Carpenter einen unheimlichen Thriller, in dem er Aspekte des Western mit denen des Zombiefilms a la Romero verknüpft und zusätzlich Elemente des Blacksploitation-Genres übernimmt. Zugleich ist Carpenters Film ein wesentliches Beispiel für den Anfang der 70er Jahre entstandenen modernen amerikanischen Horrorfilm, in dem nicht mehr außerirdische Monster, sondern der Mensch bzw. die Gesellschaft selbst zu einem unerklärlichen, bedrohlichen und unheimlichen Phänomen wird.

Die Handlung: Eine Polizeistation in einem heruntergekommenen Bezirk in Los Angeles. Nur noch für eine Nacht steht die Station offen. Am nächsten Morgen soll sie geschlossen werden. Aus diesem Grunde ist sie auch nur mit einer kleinen Notbesetzung bestückt. Doch gerade in dieser Nacht kommt es zum Ausnahmezustand. Die Station wird von verschiedenen Jugendbanden belagert. Der zunächst noch rein kriminelle Aspekt wird zunehmend zu einer bizarren und unheimlichen Bedrohung …

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Mehrere Gangmitglieder nähern sich der Polizeistation. „Assault – Anschlag bei Nacht“ (1976). Copyright: Image Entertainment

Nach „Dark Star“ war „Aussault on Precinct 13“ Carpenters zweiter Spielfilm. Eigentlich hatte er vor, einen Western im Stil seines Vorbilds Howard Hawks zu drehen, doch wurde daraus nichts, da das Projekt auf kein Interesse stieß. Daher kam er auf die Idee, das Westernthema der Belagerung mit dem des modernen Zombiefilms zu verbinden. Die Kriminellen, die sich um die Polizeistation versammeln und immer wieder versuchen, sie zu stürmen, scheinen nicht normal zu agieren, sondern viel eher wie wandelnde Tote ihre Untaten zu verrichten. Eine kurze Erklärung für das sonderbare Verhalten gibt der Film, indem Polizist Ethan Bishop von sonderbar starken Sonneneruptionen spricht, von denen im Radio die Rede ist. Völlig willenlos marschieren die Jugendlichen auf die Station zu, wobei es zu heftigen Shoot-Outs kommt.

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Das Plattencover des Soundtracks von 1976 ziert die bekannteste Szene von „Assault“.

Berühmt wurde der Film nicht nur durch die Musik, von der damals auch eine Disco-Version produziert wurde, sondern vor allem durch die extreme Schockszene, in der einer der Warlords ohne mit der Wimper zu zucken ein kleines Mädchen auf offener Straße erschießt. Der Vertrieb wollte, dass Carpenter diese Szene wieder herausnahm. Carpenter schnitt die Szene heraus, doch setzte sie kurz vor dem Kinostart wieder ein.

„Aussault on Precinct 13“ ist ein absolutes Meisterwerk und gehört bis heute zu den verstörendsten und zugleich interessantesten Genrefilmen. John Carpenter drehte Ende der 80er Jahre ein Quasi-Remake von „Assault“ mit dem Titel „Fürsten der Dunkelheit“. Dort wurde die Polizeistation durch ein Kloster und die Jugendgang durch wirkliche Zombies (bzw. Streetshizos, wie es im Nachspann heißt) ersetzt.

Im Jahr 2005 kam es zu einem Remake des Klassikers, der jedoch auf verstörende Elemente verzichtet und aus der Story eine bloße Mischung aus Polizei- und Actionfilm macht.

Assault – Anschlag bei Nacht (OT: Assault on Precinct 13), Regie u. Drehbuch: John Carpenter, Produktion: J. S. Kaplan, Darsteller: Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, USA 1976, 91 Min.

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