The Killers – Mehr Noir geht nicht

killersOhne Übertreibung lässt sich sagen, dass Regisseur Robert Siodmak als der Meister des Film Noir bezeichnet werden kann. Seine spannenden, düsteren und durchaus extremen Werke beeinflussen das Thrillergenre bis heute. Mit der Literaturverfilmung „The Killers“ (eine Adaption einer Kurzgeschichte von Ernest Hemingway) schuf er einen Film, der als Paradebeispiel des Film Noirs gilt.

Es geht um den Versicherungsagenten James Readon, der einen rätselhaften Mordfall aufklären soll. In einer Kleinstadt wurde der Tankwart Ole Anderson, der vor allem unter dem Namen „Der Schwede“ bekannt war, von zwei Auftragskillern erschossen. Ole war bei Readons Versicherungsgesellschaft Mitglied. Je mehr Readon die Vergangenheit des Schweden untersucht, desto offensichtlicher wird sein tragisches Leben.

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Die beiden Auftragskiller betreten das Zimmer des Schweden.

Schon die Anfangssequenz von „The Killers“ ist ein wahres Meisterstück, als die beiden Auftragsmörder ein kleines Lokal betreten, um dort auf Ole Anderson zu warten. Siodmak kreiert in dieser Szene eine Spannung, die er von Sekunde zu Sekunde steigert. Unglaublich realistisch und zugleich düster-poetisch zeigt der Meister hier sein Können. Im Laufe des Films nimmt die Spannung keineswegs ab. In kurzen Episoden erfährt der Zuschauer nach und nach immer mehr Details aus dem tragischen Leben des ehemaligen Profiboxers Ole Anderson, der aufgrund seiner Beziehung zu Kitty, einer Femme fatale erster Güte, zum Kriminellen wird.

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Ava Gardner als Femme fatal und Burt Lancaster als tragischer Held.

Besonders die kurzen Szenen in „The Killers“ besitzen aufgrund ihrer Symbolik eine Ausdrucksstärke, die den Film zu einem cineastischen Leckerbissen machen. Hervorzuheben ist hierbei u. a. die Szene, in der eine Hotelangestellte Oles Zimmers betritt und dieser völlig benommen durch den Raum wankt, um sich aus dem Fenster zu stürzen. Nicht weniger sensationell ist die Rückblende auf den Raubüberfall auf ein Lohnbüro, die fast schon in einem dokumentarischen Stil gedreht ist und dadurch unglaublich real wirkt.

„The Killers“ wurde zu einem enormen Erfolg und ebnete Siodmaks weitere Karriere als Regisseur düsterer Thriller. Für die beiden Schauspieler Burt Lancaster und Ava Gardner, die beide hier zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen gewesen waren, legte dieser Film den Grundstein für ihre jeweiligen Karrieren.

Die Killer (OT: The Killers). Regie: Robert Siodmak, Drehbuch: Anthony Veiller, Produktion: Mark Hellinger, Darsteller: Burt Lancaster, Ava Gardner, Edmond O’Brian. USA 1946, 98 Min.

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