The Flesh and Blood Show: Der Versuch eines Horrorfilms

fleshandbloodshow„The Flesh & Blood Show“ gehört im gewissen Sinne zur englischen Post-Hammer-Ära, in der die englischen Produktionen versuchten, an den sozialkritischen US-Horrorfilmen der 70er Jahre anzuknüpfen. Regie führte Peter Walker, der davor im Erotik-Genre tätig gewesen war. Dies liefert eine Erklärung dafür, weswegen sich jede der Protagonistinnen mindestens einmal naggisch macht. Seine späteren Filme „Haus der Peitschen“ und „Frightmare“ sind in Deutschland leider noch immer beschlagnahmt.

Peter Walkers erster Horrorfilm handelt von einer Gruppe junger Schauspieler, die in einem alten Theater, das in einem Küstenort liegt, ein Stück proben. Doch kaum sind sie dort angekommen, als einer nach dem anderen von einem Psychopathen ermordet wird …

Aus einem filmhistorischen Gesichtspunkt ist dieser Film sicherlich interessant, da er, wie gesagt, ein Beispiel für den 70er Jahre-Horrorfilm aus England ist, der ja größten Teils ohne die Produktionen der Hammer-Studios auskommen musste. Die sozialkritischen Grundtöne, die vor allem den Werte- und Generationenkonflikt in den Mittelpunkt stellen, kennzeichnen Walkers Erstling ebenfalls als Kind seiner Zeit. Die offene und freie Lebenseinstellung der Schauspieler, die man als eine Art Symbol für die Hippie-Bewegung nehmen könnte, steht die strenge, konservative Moral- und Wertevorstellung der älteren Generation gegenüber. Dies schafft natürlich einen Nährboden für Konflikte, da weder die Hippies die Älteren verstehen wollen noch umgekehrt. Trotzdem „The Flesh & Blood Show“ gerne als Horrorfilm bezeichnet wird, so ist der Film doch eher Krimi bzw. Psycho-Thriller und liegt irgendwo zwischen Agatha Christie, Edgar Wallace und Robert Bloch. In diese Richtung funktioniert Walkers Film allerdings recht gut, kreiert er doch eine bedrohliche und durchaus beklemmende Grundatmosphäre, die zu mehreren spannenden Szenen führt. Das eigentliche Grauen oder besser der eigentliche Schrecken vollzieht sich jedoch nur in teils sehr vagen Andeutungen, sodass der Film speziell in diesen Szenen schwächelt. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass das Ende eher enttäuscht, als provoziert.

The Flesh & Blood Show – Im Rampenlicht des Bösen (OT: Originaltitel: The Flesh & Blood Show), Regie u. Produktion: Peter Walker, Drehbuch: Alfred Shaughnessy, Darsteller: Ray Brooks, Jenny Hanley, Luan Peters, Patrick Barr. England 1972, 92 Min.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.