Underwater Love – Das erste Trash-Sex-Musical

underwater-love
Kinoplakat „Underwater Love“

Pink Movies sind japanische Schmuddelfilme, die teilweise sozialkritisch, teilweise ironisch in Szene gesetzt werden. Sie bilden ein eigenes Genre, das man irgendwo zwischen Softporno, Trash und Kunstfilm ansiedeln kann. Das Budget ist stets sehr gering, sodass eigenwillige Wege gefunden werden, um Geschichten zu erzählen. Im Fall von „Underwater Love“ geschieht dies in Form eines Musicals.

Es geht um Asuka, die in einer Fischfabrik arbeitet und kurz davor steht, den Firmenchef zu heiraten. Doch eines Tages begegnet sie einem Kappa, einem japanischen Fabelwesen, das irgendwie eine Mischung aus Mensch und Schildkröte darstellt. Schnell stellt sich heraus, dass dieser Kappa Asukas Jugendliebe Aoki ist, der vor über 17 Jahren ertrunken ist. Aoki ist gekommen, um Asuka zu retten, denn sie hat nur noch kurze Zeit zu leben. Allerdings ist da auch der Todesgott, der dies verhindern möchte.

Das Schöne an diesem Film ist, dass man ihm ansieht, dass hier weder nach rechts noch nach links geschaut wurde, um zu sehen, was andere Filmemacher so treiben. Man hatte eine Idee und diese wurde ohne Wenn und Aber umgesetzt. Ob dies ein Publikum interessierte, scheint völlig egal gewesen zu sein. Und genau dieses Eigenwillige und diese Schaffensfreiheit ist es, was diesen Film fast schon kultig macht. Eine solche spezielle Kombination gab es davor nicht, und die Verbindung zwischen Sex, Musical und Trash verspricht genau das, was man sich von einem solchen Projekt erwartet: völlig schräg zu sein. Die Melodien von Stereo Total untermalen dabei die amateurhaft in Szene gesetzten Tanzeinlagen vortrefflich. Man sieht, dass es den Leuten einfach nur Spaß gemacht hat, an dem Projekt teilzunehmen. Mit viel Ironie und Humor wird hier eine zarte Liebesgeschichte erzählt, die wunderbar naiv und einfach völlig plemplem ist. Der bekannte Kameramann Christopher Doyle liefert für dieses Fantasy-Liebes-Sex-Ding wunderbare Aufnahmen, welche die Figuren und ihre Handlungen sehr einfühlsam erscheinen lassen.

„Underwater Love“ ist modernes, japanisches Trash-Kino vom feinsten. Aufgrund seiner Ungezwungenheit und seiner Spielfreude bietet dieser Film eine ungeheure Frische, die man in vielen anderen Produktionen zurzeit völlig vermisst.

Underwater Love – A Pink Musical (OT: Onna no kappa), Regie: Shinji Imaoka, Drehbuch: Shinji Imaoka, Fumio Moriya, Produktion: Stephan Holl, Darsteller: Sawa Masaki, Yoshiro Umezawa, Ai Norita, Mutsuo Yoshioka; Musik: Stereo Total, Japan/Deutschland 2011, 84 Min.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.