Der Schrecken schleicht durch die Nacht – Jack Arnolds letzter SF-Horror-Film

schreckenschleichtdurchdienacht„Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ gehört zu einem der letzten Horrorfilme, die Regisseur Jack Arnold gedreht hat. Danach wandte er sich anderen Genres zu und produzierte vor allem fürs Fernsehen. Ähnlich wie in „Tarantula“ stehen die unvorhergesehenen Folgen wissenschaftlichen Experimentierens im Zentrum der Geschichte.

Diese dreht sich um den Paläontologieprofessor Donald Blake, der für seine Studien einen vorzeitlichen Fisch geliefert bekommt. Schnell stellt sich heraus, dass etwas mit dem lebenden Fossil nicht stimmt. Denn ein Hund, der mit dem Fisch in Berührung kommt, entwickelt unerwartete urzeitliche Instinkte. Ganz ähnlich ergeht es einer Libelle, die durch die Berührung mit dem Fisch riesige Ausmaße annimmt. Schließlich wird Blake selbst bei der Untersuchung des Fisches verletzt. Mit fürchterlichen Konsequenzen.

Jack Arnold zeigt die Besessenheit eines Wissenschaftlers, der alles opfert, um endlich an das Ziel seiner Forschung zu gelangen. Dabei verliert er zunehmend den Kontakt mit seinen Mitmenschen und zerstört dadurch sein Leben. Seine Besessenheit führt schließlich zu Selbstversuchen als eine Art letztes Mittel, um dadurch seinen Kollegen die Richtigkeit seiner wahnwitzigen Theorie zu beweisen.

Jack Arnold greift hierbei auf Stevensons Jekyll & Hyde-Motiv zurück. Die Polizei glaubt, einen brutalen Mörder zu jagen, der anscheinend durch einen deformierten Körper auffällt. Die Spur, die sie verfolgt, verläuft jedoch ins Leere. Der Zuschauer ist den Protagonisten jeweils einen Schritt voraus. Doch mindert dies keinesfalls die Spannung. Im Gegenteil, denn so fiebert man mit, ob Polizei und Kollegen doch noch rechtzeitig das Geheimnis lüften werden.

Wie auch in seinen übrigen SF- und Horrorfilmen setzt Jack Arnold auf ein schnelles Erzähltempo sowie auf eine rasche Folge unheimlicher Ereignisse, so dass der Film keine Sekunde langweilig wird. Die Dramatik der Geschehnisse ist auch heute noch überaus packend. Regisseur Ken Russell zitierte Jack Arnolds „Monster on the Campus“ in seinem Horrorthriller „Der Höllentrip“ (1980), in dem es ebenfalls zu evolutionären Rückentwicklungen kommt. Jack Arnold selbst versuchte Anfang der 80er erneut wieder Horrorfilme zu drehen (wie etwa ein Remake seines Klassikers „Creature from the Black Lagoon“), doch fand er für seine Projekte keine Produzenten. Er starb 1992. Wie auch seine übrigen SF- und Horrorfilme, ist „Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ ein Klassiker dieser beiden Genres.

Der Schrecken schleicht durch die Nacht (OT: Monster on the Campus), Regie: Jack Arnold, Drehbuch: David Duncan, Produktion: Joseph Gershenson, Darsteller: Arthur Franz, Joanna Moore, Judson Pratt, Nancy Walters, Troy Donahue. USA 1958, 73 Min.

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