The 80s: Link, der Butler (1986)

linkEs gibt Filme, die bei ihrem Erscheinen Aufsehen erregen, doch kurz darauf fast völlig in Vergessenheit geraten. Dieses Schicksal ereilte unter anderem „Link, der Butler“, einem intensiven Tierhorrorfilm, der Mitte der 80er Jahre zum einen hoch gelobt, zum anderen zutiefst kritisiert wurde. Gelobt wurde die Tierdressur, kritisiert die bösartige Darstellung des Orang Utan.

„Link“ ist zugleich der Name eines Affen, mit dem der Wissenschaftler Philip in einem abgelegenen Haus herum experimentiert. Ihm zur Seite steht die Studentin Jane. Doch Philip wird der Orang Utan zu unheimlich, da er eine immer größere Intelligenz entwickelt. Als Philip Link deshalb lieber einschläfern möchte, ist dieser spurlos verschwunden. Dieser aber sinnt in Wirklichkeit nach Rache. Nachdem er Philip aus dem Weg geräumt hat, hat nun Jane alleine gegen Link zu kämpfen. Dieser wird von Mal zu Mal rabiater…

Was den Affen in „Link“ kennzeichnet, sind seine überaus negativen menschlichen Eigenschaften. Im Grunde genommen agiert der Orang Utan wie ein Psychopath. Er schneidet Telefonkabel durch, hindert Jane an der Flucht und versucht, die Studentin kaltblütig zu beseitigen. All dies lässt den Charakter des Tiers natürlich in einem fragwürdigen Licht dastehen. Denn Richard Franklin hinterfragt in seinem Film keineswegs die wissenschaftlichen Experimente und damit die Degradierung des Affen zum bloßen Objekt, sondern konzentriert sich allein auf das gemeine Verhalten von Link, das für Jane lebensbedrohend wird.

Dies ist sicherlich ein gewagtes Vorgehen, da hier der Mensch nicht für das abweichende Verhalten des Tiers verantwortlich gemacht, sondern das Tier schlicht und ergreifend als bösartig hingestellt wird. Man könnte daher diesem Film durchaus eine fehlende Reflexion vorwerfen. Andererseits aber kreiert genau dieser Aspekt zugleich einen gewissen Grad an Originalität. Denn der Orang Utan ist wirklich extrem gemein, so dass Jane keineswegs im Kampf gegen den Affen erfolgreich ist. Dies zeichnet wiederum ein anderes Bild des Films, da hier Franklin darlegt, dass der Mensch die Natur bei weitem unterschätzt. Denn in Wahrheit ist es nun einmal so, dass der moderne Mensch in der Natur kaum Überlebenschancen hat.

Welchen Blinkwinkel man auch immer einnehmen möchte, „Link“ wirkt auf jeden Fall etwas verstörend. Gleichzeitig ist dieser Film jedoch ein sehr spannender Horrorstreifen, der eigentlich zu Unrecht völlig in Vergessenheit geraten ist. Ein kontroverser Film also, der sicherlich auch heutige Zuschauer zum Diskutieren auffordert.

Link, der Butler (OT: Link), Regie u. Produktion: Richard Franklin, Drehbuch: Everett De Roche, Darsteller: Elisabeth Shue, Terence Stamp, Steve Pinner. England 1986, 90 Min.

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