The 80s: Fürsten der Finsternis (1987)

princeofdarkness„Dies ist kein Traum …“ Es ist tatsächlich kein Traum, denn in den Gewölben eines längst geschlossenen Klosters irgendwo in Los Angeles befindet sich ein ominöser Behälter, der von der Bruderschaft des Schlafes bewacht wird. Doch seit einiger Zeit passieren dort seltsame Dinge.

Obwohl als Low-Budget-Film produziert, schrieb John Carpenter mit „Prince of Darkness“ (der deutsche Verleih wandelte den Titel um ins Plural) Filmgeschichte. Denn „Fürsten der Dunkelheit“ beinhaltet den längsten Vorspann überhaupt: ganze 10 Minuten. In diesen 10 Minuten wird fast alles erzählt, was vor dem Aufenthalt der Wissenschaftler in dem Kloster passiert. Pater Loomis beauftragt Howard Birack, Professor für theoretische Physik, die seltsamen Phänomene zu untersuchen, die sich in dem Kloster abspielen. Birack bringt seine Studenten mit, die ihm bei der Erforschung der Ursachen unterstützen sollen. Doch das, was sich wie eine grüne Flüssigkeit in dem Behälter befindet, beginnt, die Forscher mehr und mehr zu beeinflussen …

John Carpenter führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch. Im Vorspann nennt er sich allerdings Martin Quatermass, als eine Art Anspielung auf die Quatermass-Filme der Hammer-Studios aus den 50er und 60er Jahren, wobei Carpenter sich vor allem vor dem dritten Film „Das grüne Blut der Dämonen“ verneigt, dem ultimativen Klassiker des SF-Horror-Genres. Doch steckt in seinem Film nicht nur diese eine Anspielung, sondern ist voller Zitate, die von Lovecraft bis zu seinen eigenen Filmen reichen, hier vor allem „Halloween“ und „Anschlag bei Nacht“. Neben bekannten Darstellern wie Victor Wong und Donald Pleasance, ist auch Alice Cooper in einer kleiner Nebenrolle zu sehen, als Streetshizo, wie seine Figur im Nachspann bezeichnet wird. Bei den Streetshizos handelt es sich um Obdachlose, die um das Kloster herum leben und sich in eine Art Zombies verwandeln. Carpenter verband damit das Bedrohungsszenario aus „Anschlag bei Nacht“ mit demjenigen aus „Das Ding aus einer anderen Welt“. Während beim ersten Film die Bedrohung von außen kommt, entsteht im zweiten Film die Bedrohung innerhalb der Gruppe. Tatsächlich betrachtet Carpenter „Prince of Darkness“ als Teil einer Trilogie, die mit „Das Ding“ beginnt und deren letzter Teil „Die Mächte des Wahnsinns“ ist. Es hätte durchaus eine Quadrologie sein können, da sich eben viele Aspekte von „Anschlag bei Nacht“ auch in „Fürsten der Finsternis“ wiederfinden.

„Prince of Darkness“ ist auf jeden Fall, und das trifft ja auf fast alle Filme von Carpenter zu, ein kleines Meisterwerk (klein daher, da er ja nur ein geringes Budget – gerade einmal 3 Millionen Dollar – zur Verfügung hatte). Von Anfang an herrscht durch das Hin- und Herspringen der Handlungsorte eine dichte Atmosphäre, die von Carpenters typischer Musik untermalt wird. Carpenter erzählt die Story geradlinig, der Film schreitet schnell voran, und dennoch findet Carpenter immer wieder Zeit dafür, um unheimliche Momente regelrecht auszukosten. Obwohl ihm eine gewisse Actionlastigkeit vorgworfen wurde, so bietet der Film trotzdem viele, an klassische Gruselgeschichten erinnernde Momente des Unheimlichen, die dem Film seinen besonderen Reiz verleihen und, egal wie oft man ihn schon gesehen hat, ihre Wirkung nie verfehlen. Und ja, auch dieser Film wurde von unseren FSKlern indiziert (der Grund dafür dürfte den dortigen Mitarbeitern selbst unbekannt sein), die Indizierung aber vor wenigen Jahren wieder aufgehoben.

Fürsten der Dunkelheit (OT: Prince of Darkness), Regie und Drehbuch: John Carpenter, Produktion: Larry J. Franco, Darsteller: Victor Wong, Donald Pleasance, Lisa Blount, Jameson Parker. USA 1987, 101 Min.

 

2 Gedanken zu “The 80s: Fürsten der Finsternis (1987)

  1. Schmand2001 Mai 11, 2017 / 8:19 pm

    Ich würde jetzt nicht so weit gehen, den Film als Msterwerk zu bezeichnen, aber er gehört zu Carpenters besten (Nummer 1 ist und bleibt THE THING). Schade finde ich, dass der Streifen bis heute eher ein Schattendasein fristet, denn für sein geringes Budget hat er wirklich ein Maximum an Spannung zu bieten. Zusammen mit BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA gehört er meiner Meinung nach zu Carpenters unterschätztesten Filmen.

    • Film und Buch Mai 12, 2017 / 10:47 am

      Ja, der Film ist sehr gut gemacht und der Spannungsaufbau unglaublich gut umgesetzt. Macht immer wieder Spaß anzusehen.

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