The 80s: The Stepfather (1986)

stepfather„Kill Daddy Kill“ lautete in den 80er Jahren der Alternativtitel zu „The Stepfather“. Wie immer brachte dies Pädagogen und Elterninitiativen außer Rand und Band, die ja bereits mit ihrem Slogan „Mama, Papa, Zombie“ in der ersten Hälfte der 80er Jahre auf die angebliche Schädlichkeit von Horrorfilmen aufmerksam machen wollte. Ein weiteres Mal hatte das Horrorgenre gegen sein schlechtes Image zu kämpfen. „The Stepfather“ wurde indiziert. Erst vor wenigen Jahren wurde die Indizierung aufgehoben.

Der Film handelt von Jerry Blake, einem Psychopathen, der auf der Suche nach der perfekten Familie ist. Da trifft er auf Susan Maine, die zusammen mit ihrer Tochter Stephanie in einer netten Vorortsiedlung wohnt. Bereits nach kurzer Zeit heiraten Jerry und Susan. Ihr neuer Ehemann gilt geradezu als vorbildlich. Doch der Schein trügt. Denn Stephanie kann ihn nicht leiden. Dies bringt Jerry immer mehr in Rage.

Was dem Zuschauer hier geboten wird, ist der etwas andere Familienfilm. „The Stepfather“ ist Psycho-Thriller und Gesellschaftssatire zugleich. Er macht sich lustig über das suburbane Spießertum der US-amerikanischen Mittelschicht, indem er ausgerechnet einen völlig gestörten Serienmörder als jemanden auftreten lässt, der nach dem perfekten Familienglück strebt. Dies sorgt für viele ironische Momente und ein paar äußerst schwarzhumoriger Gags. Dabei kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Denn Jerry Blake ist eine tickende Zeitbombe. Alles, was nicht in sein Schema einer vorbildlichen Familie passt, treibt ihn sofort in den Wahnsinn. Mit Stephanie, einer pubertierenden Jugendlichen, stößt er hierbei an seine Grenzen. Denn sie ist ständig am Nörgeln und möchte nichts lieber, als dass Jerry endlich wieder verschwindet.

„The Stepfather“ gehört inzwischen zu den Klassikern des 80er Jahre Horrorfilms. Wie auch „Nightmare on Elmstreet“, „Bloody Valentine“ oder „Poltergeist“ blickt er hinter die ruhigen Fassaden der Vororte der Post-Hippie-Ära. Im Gegensatz zu den oben genannten Filmen ist „The Stepfather“ allerdings kein Teeny-Slasher, sondern ein reiner Psychopathenfilm. Terry O’Quinn haucht der Figur des Jerry Blake ein wirklich fieses Eigenleben ein. Sein Spruch „Wer bin ich hier?“ ist inzwischen einer der bekanntesten des Horrorfilmgenres.

The Stepfather, Regie: Joseph Ruben, Drehbuch: Caroline Lefcourt, Donald E. Westlake, Produktion: Jay Benson, Darsteller: Terry O’Quinn, Jill Schoelen, Shelley Hack. USA 1986, Laufzeit: 86 Min.

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