The 80s: Die Klapperschlange (1981)

klapperschlange„Nenn mich Snake“, erwidert Snake Plissken, wenn ihn jemand mit seinem Nachnamen anspricht. Mit dieser Figur schuf John Carpenter nicht nur einen 80er Jahre-Kult, sondern auch einen seiner erfolgreichsten Filme.

Die Handlung spielt im Jahr 1997. Ganz Manhattan ist ein Hochsicherheitsgefängnis und von einer Mauer umschlossen. Minen erschweren zusätzlich eine Flucht. Wer als Gefangener nach Manhattan reinkommt, kommt nie wieder raus. In dem Stadtteil haben sich über die Jahre hinweg (1988 wurden die ersten Gefangenen nach Manhattan verlegt) eigene Gesellschaftsstrukturen entwickelt. Unterirdisch leben die Crazys, die sich von Menschenfleisch ernähren, auf den Straßen herrscht der Duke, der seine Macht durch Gewalt aufrecht erhält. Eines Tages stürzt das Flugzeug des Präsidenten über Manhattan ab. Snake Plissken, der als Gefangener ebenfalls eingebuchtet werden soll, erhält dadurch noch eine Chance: Wenn er den Präsidenten findet und zurückbringt, wird er begnadigt.

„Escape from New York“, so der Originaltitel, kommt als sehr düstere Dystopie daher, in der sich die Welt im Krieg befindet und Gesellschaften verrohen. Die USA ist zu einer Art Polizeistaat geworden, eine linke Gruppierung versucht, gegen das System anzukämpfen. Das ist der Rahmen, innerhalb dessen sich Carpenters zweiter SF-Film bewegt. Doch ist sein Film keineswegs ernst. „Die Klapperschlange“ ist gewürzt mit viel Ironie und überaus schwarzem Humor. Schon allein die überzeichneten Figuren tragen dazu bei, dass man bei ziemlich vielen Szenen einfach Schmunzeln muss. Aber auch so manche Idee zeichnet sich durch gekonnten Witz aus. So z.B.  die Limousine des Duke, die mit Kronleuchtern auf der Kühlerhaube ausgestattet ist. Andererseits aber kommt der Film auch ziemlich hart daher, obwohl Vieles eher angedeutet ist.

Carpenter symbolisiert mithilfe der Kulissen, die leere und halb zerfallende Gebäude zeigen, eine vollkommen kaputte Gesellschaft. In dieser Gesellschaft regiert nur das Gesetz des Stärkeren. Aber auch die Welt außerhalb der Gefängnismauern ist alles andere als human. Flüchtende werden auf der Stelle erschossen. Dadurch wirkt der Film trotz seiner Ironie auch recht beklemmend.

Dass der Film so gut funktioniert, verdankt er auch den hervorragenden Darstellern, viele davon gehören zu Carpenters Stammschauspielern. Allen voran natürlich Kurt Russell, der die Rolle des Snake Plissken innehat und mit Augenklappe und Militärhose sein wohl bekanntestes Kostüm trägt. Aber auch Donald Pleasance, der ebenfalls in „Halloween“ und „Fürsten der Dunkelheit“ mitspielte, ist mit von der Partie. Adrienne Barbeau spielte später in „The Fog“ mit. Des weiteren konnte Carpenter Lee Van Cleef und Harry Dean Stanton engagieren. Die wohl unheimlichste Rolle, die zugleich stark die Atmosphäre des Films trägt, ist die des grotesken Romero, eine Art Spion und Schoßhündchen des Duke, gespielt von Frank Doubleday, einem bekannten Schauspiellehrer, der zuvor in Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ mitspielte.

„Die Klapperschlange“ ist längst ein Klassiker des SF-Films. 1996 drehte John Carpenter eine Fortsetzung, doch floppte das Sequel an den Kinokassen und kommt auch an das Original nicht heran.

 

 

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