FuBs Fundgrube: Der große Computer

godmachineMartin Caidin (1927-1997) war sowohl Autor von Sachbüchern als auch von diversen SF-Romanen. Letztere zeichnen sich vor allem durch eine hohe Spannung aus, sodass man sie als eine Mischung aus Thriller und Science Fiction betrachten kann. Einer dieser Romane trägt den Titel „Der große Computer“, der im Original „The God Machine“ lautet.

Der Roman stammt aus dem Jahr 1968 und erzählt die Geschichte des Kybernetikers Steven Rand, der Leiter eines Geheimprojekts wird, in dem es um den Bau und die Programmierung eines Riesencomupters geht. Doch schon bald bemerkt Rand, dass mit dem Computer etwas nicht stimmt. Leute um Rand herum benehmen sich zunehmend merkwürdig. Der Kybernetiker versucht, hinter das Rätsel zu kommen, wobei er feststellt, dass 79, so der Name des Computers, Menschen hypnotisiert, um sie zu seinen willenlosen Werkzeug zu machen. Das Ziel der Maschine: Weltherrschaft.

Ja, so etwas hat man doch schon öfters gehört. D. F. Jones‘ „Colossus“ zum Beispiel oder Heinrich Hausers „Gigant Hirn“ schlagen so ziemlich in dieselbe Bresche. Was ist daher anders an Caidins SF-Thriller? Caidin verbindet in seinem Roman die Angst vor Maschinen, die nicht mehr vom Menschen kontrolliert werden können, mit der Paranoia von Jack Finneys „Körperfressern“. Diese Kombination macht den Roman hochspannend.

Der Roman beginnt damit, dass Rand eines Abends von seiner Freundin Barbara unerwarteten Besuch erhält. Schnell ist klar, dass etwas mit ihr nicht stimmt. In der Tat zückt sie ein Messer, um Rand damit umzubringen. Diesem Hook folgt die eigentliche Geschichte, die erklärt, wie es zu diesem Zwischenfall kommen konnte. Hier lässt sich Caidin viel Zeit, indem er die Geschichte des Projekts ziemlich genau verfolgt. Von Rands Einstellung, über die ersten Programmierungen bis hin zu den ersten ominösen Zwischenfällen liegt ein langer Weg, doch Caidin weiß sich zu helfen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Alles erzählt er in einem geradezu rasanten Schreibstil, der auch dann zur Geltung kommt, wenn gerade einmal nichts passiert. Zugute kommt Caidin hierbei vor allem sein Fachwissen, das er sich als Autor diverser Sachbücher angeeignet hat. Dadurch wirkt der Roman überzeugend und zugleich faszinierend. Natürlich muss man hier betonen, dass Caidin mit Fachwissen aus den 60er Jahren hantiert und man daher keinen modernen Science-Thriller vor sich hat. Insgesamt ist „Der große Computer“ ein sehr unterhaltsames und spannendes Buch. Es ist schnell zu lesen und hat an der einen und anderen Stelle auch so manchen Gag auf Lager. Echtes Kopfkino eben.

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