Die Klunkerecke: Below

belowIn Darren Aronofskys Werk nimmt „Below“ (2002) nicht gerade den ersten Platz ein. Viele wissen nicht einmal, dass Aronofsky, der sich vor allem durch das optisch-geniale Drogendrama „Requiem for a Dream“ (2000) einen Namen gemacht hat, seine Hände im Spiel hatte. In der Tat aber schrieb er nicht nur das Drehbuch, sondern produzierte den Film auch mit. Die Regie überließ er dem Action- und SF-Regisseur David Twohy, der vor allem durch die „Riddick“-Filme bekannt wurde.

Aber auch innerhalb des Horrorgenres fristet „Below“ eine Art Schattendasein, auch wenn er, was eher selten geschiet, im Fernsehen gezeigt wird. Vielleicht liegt dies daran, da der Film sich mehr auf die Tragik des Krieges konzentriert, als auf Schock- und Gruselmomente. Wie dem auch sei, „Below“ ist ein verkanntes Meisterwerk des unheimlichen Films.

Es geht um die Besatzung eines US-amerikanischen U-Boots, das drei Überlebende eines versenkten Schiffes aufnimmt. Doch kaum ist die Rettungsaktion beendet, als die Tiger Shark von einem deutschen Zerstörer gejagt wird, was dazu führt, dass Lieutenant Commander Brice das U-Boot immer tiefer in die Abgründe des Meeres steuert. Allerdings findet die Besatzung dort keineswegs den erhofften Schutz. Denn auf dem U-Boot gehen merkwürdige Dinge vor.

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Odell (Matthew Davis) und Stumbo (Jason Flemyng) gehen den merkwürdigen Geräuschen nach. „Below“ (2002). Copyright: Studio Canal.

„Below“ ist von Anfang an ein überaus spannender Film, der es sogar schafft, die Spannung nicht nur von Mal zu Mal zu erhöhen, sondern bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Dies liegt vor allem daran, da Twohy und Aronowsky es schaffen, die Tragik des Krieges hervorragend mit den unheimlichen Zwischenfällen, die an Bord geschehen, zu verbinden. Beginnt der Film zunächst wie ein Kriegsfilm, so ändert sich der Fokus nach und nach und konzentriert sich schließlich auf die merkwürdigen Klopfgeräusche und gespenstischen Geschehnisse, mit denen es die Besatzung zu tun hat. Dabei aber verlässt die Geschichte nie das Geschehen des Krieges, vielmehr wird dieses zu einem Rahmen, innerhalb dessen sich dann die übernatürlichen Aspekte bewegen. Twohy und Aronofsky bleiben bei allen Geschehnissen realistisch. Es kommt zu keinen Übertreibungen, welche die dichte und düstere Atmosphäre des Films stören könnten. Vielmehr wirken die unerklärlichen Zwischenfälle durchaus realistisch, wie Beispiele für parapsychologische Phänomene.

Die Phänome und das gleichzeitige Drama, das durch den Zweiten Weltkrieg definiert wird, gehen nicht außereinander, sondern sind Teil desselben Geschehens. So kommt es nicht zu parallel verlaufenden Storyelmenten, die wie zusammengeklebt wirken, sondern zu fließenden Übergängen, die sich gegenseitig beeinflussen. Interessanterweise spielte Jason Flemyng, der hier (wie immer) in einer Nebenrolle zu sehen ist, im selben Jahr in dem Kriegshorrorfilm „The Bunker“ mit. Auch dieser Film funktioniert auf dieselbe Weise wie „Below“, indem er das tatsächliche Kriegsgeschehen mit einer unheimlichen Gespenstergeschichte würzt. Ob Regisseur Bob Green mit Twohy und Aronofsky in Kontakt stand, ist allerdings nicht bekannt.

„Below“ ist auf jeden Fall ein wunderbarer Gruselfilm, bei dem es schade wäre, wenn er ganz in Vergessenheit geraten würde.

 

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