FuBs Fundsachen: Die fliegenden Bomben

In der Reihe FuBs Fundsachen wollen wir hin und wieder auf interessante, teils nur noch antiquarisch zu erhaltende Bücher aufmerksam machen. Den Anfang macht der Roman „Die fliegenden Bomben“ von Rick Raphael.

fliegendenbomben
Cover der 1967 erschienenen deutschen Übersetzung.

Der Roman erschien 1967 in der Science Fiction-Reihe des Heyne Verlags mit der Nummer 3099. Im Original lautet der Titel „Code Three“ und erschien 1963 in den USA. Rick Raphael (1919 – 1994), der als Journalist tätig gewesen war, veröffentlichte, laut der Encyclopedia of Science Fiction gerade einmal zehn Kurzgeschichten und zwei Romane. Während der Autor in Deutschland so gut wie vergessen ist, wurde 2010 eine Sammlung seiner Kurzgeschichten neu herausgebracht. Sein Roman „Code Three“ gilt innerhalb seines schmalen Oevres als sein bekanntestes Werk.

Es geht darin um die Arbeit der Autobahnpolizei im Jahr 2000. Was klingt, wie die lahme Idee einer typischen lahmen ARD-Vorabendserie, entpuppt sich schnell zu etwas völlig anderem. Im Jahr 2000 gibt es vierspurige Superhighways, welche den gesamten nordamerikanischen Kontinent durchziehen. Die Autos, die teilweise mit Düsenantrieb funktionieren, erreichen eine Geschwindigkeit von 1000 Kilometern pro Stunde. Klar, dass es hier zu heftigen Unfällen kommt. Im Zentrum der Handlung steht das dreiköpfige Team um Ben Martin, das mit ihrem aufgerüsteten Polizeiauto die Highways entlangpatrouilliert, um für Sicherheit zu sorgen.

codethreeIn mehreren Episoden erzählt nun Raphael, was alles auf den Straßen der Zukunft los ist. Von Megaunfällen bis hin zur Gangsterjagd ist alles dabei. Nebenher beschreibt der Autor ziemlich genau die Strukturen der Polizei der Zukunft. Aus der deutschen Übersetzung wird leider nicht ersichtlich, was es mit dem Originaltitel „Code Three“ auf sich hat. Diese Bezeichnung kommt im ganzen Roman nicht vor. Der deutsche Titel „Die fliegenden Bomben“ aber passt dennoch recht gut. Denn Rick Raphael berücksichtigt auch die technische Entwicklung. Da die Autofahrer immer schnellere Wagen haben wollen, entwickeln die Autokonzerne superschnelle Automobile mit Nuklearantrieben. Der Prototyp, der eine Geschwindigkeit von 2400 Kilometer pro Stunde erreicht, wird von der Polizei getestet. Unter den Beamten ist das Fahrzeug auch als „Die Bombe“ bekannt.

Rick Raphaels Roman liest sich wie das Drehbuch zu einem Actionfilm. Am Beginn des Romans trifft sich die Crew in der Zentrale, um auf Patrouille zu gehen, Funksprüche weisen die Beamten ein und machen auf die jeweils aktuelle Verkehrslage aufmerksam. Dann geht es auf die Straße, und schon ist man mitten im Treiben. Vorbeibrausende Schnellwagen, Probleme mit LKWs, Unfälle und schließlich die eine und andere Verfolgungsjagd. Gegen Ende des Romans geht das Tempo etwas raus. Das tatsächliche Ende lässt einen etwas betroffen zurück. Es wundert jedenfalls, dass Hollywood diesen Roman nie verfilmt hat. Denn im Grunde genommen müsste man das Buch nur in einen Filmprojektor stopfen.

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