Die Klunkerecke: I sell the Dead

isellthedeadcover2008 schuf die bekannte New Yorker Indie-Produktionsfirma Glass Eye Pix mit „I sell the Dead“ eine freie Adaption von Robert Louis Stevensons Erzählung „Die Leichendiebe“. Regie führte Glenn McQuaid, der bereits früher mit Glass Eye Pix zusammengearbeitet hat, so z.B. bei dem Film „The Roost“, bei dem er für die Spezialeffekte verantwortlich gewesen war.

„I sell the Dead“ ist eine Mischung aus Horrorfilm und Horrorkomödie, in der es um den Leichendieb Arthur Blake geht, der kurz vor seiner Hinrichtung Pater Duffy seine Lebensgeschichte erzählt. Bereits sein Vater arbeitete als Leichendieb. Nach dessen Tod übernahm quasi Arthur den Job. Als Lehrling des ungehobelten Willie Grimes macht er sich auf, um nachts Leichen aus ihren Gräbern zu stehlen. Dies geht so lange gut, bis sie eines Tages von einer seltsamen Ladung Särge erfahren, die nach einem Schiffsunglück auf eine einsame Insel getrieben wurde. Willie und Arthur setzen alles daran, um die Särge zu bergen. Doch haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn zum einen befinden sich in den Särgen keine Toten, sondern Untote, und zum anderen möchte die Verbrecherbande House of Murphy ebenfalls an die Särge herankommen.

isellthedead
Willie Grimes und Arthur Blake. „I sell the Dead“ 2010; Copyright: Glass Eye Pix.

Um die Kosten des Films gering zu halten, übernahm Produzent Larry Fessenden die Rolle des Willie Grimes. Ihm zur Seite standen Horror-Ikone Angus Scrimm und Ron Perlman. Mit einem Budget von gerade einmal 450.000 Dollar machten sich alle ans Werk. Das Schöne bei den meisten Indie-Filmen ist, dass sich die jeweiligen Teams mit voller Motivation  an die Arbeit machen. Dies sieht man auch „I sell the Dead“ an. Die Schauspieler gehen voll und ganz in ihren Rollen auf. Für Ron Perlman, der zeitgleich bei „Hellboy 2“ vor der Kamera stand, war dies die zweite Zusammenarbeit mit Larry Fessenden (davor hatte er in „The Last Winter“ mitgespielt). Hier tritt er in der Rahmenhandlung als Pater Duffy auf, was der „Beichte“ Arthurs eine köstliche schwarzhumorige Note verleiht.

Überhaupt ist schwarzer Humor das Markenzeichen des Films. In einer der bekanntesten Szenen beißt ein Junge in ein weißes Kaninchen. Die Aufregung war natürlich groß, da manche Zuschauer glaubten, es handele sich dabei um ein echtes Tier. Hier merkt man mal wieder, wie gut manche Spezialeffekte sind. Nein, hier handelte es sich nicht um einen CGI-Effekt, sondern schlicht und ergreifend um eine Puppe.

isellthedead1
Willie Grimes‘ und Arthur Blakes Konkurrenz: Die Bande House of Murphy; „I sell the Dead“ (2010); Copyright: Glass Eye Pix.

„I sell the Dead“ zieht natürlich auch das Thema „Arbeitswelt“ gehörig durch den Kakao, denn im Grunde genommen erzählt der Film, wie ein junger Mann versucht, sich in einer bestimmten Branche zu qualifizieren. Aus dieser Perspektive funktioniert der Film auch hervorragend als Satire. Schon allein die „Einarbeit“ Arthurs durch Willie Grimes ist grandios. So geht z.B. einmal etwas schief, was zur Folge hat, dass eine Vampirfrau hinter ihnen her ist. Die Konkurrenz schläft natürlich nicht. Die degenerierte Verbrecherfamilie House of Murphy ist in derselben Branche tätig und macht keine halben Sachen, wenn es um Gewinnmaximierung geht.

Doch egal, ob man den Film als einfache Komödie, als Horrorfilm oder eben als Satire sieht, „I sell the Dead“ ist erstklassige Unterhaltung, die in den Kinos leider floppte, und deren DVD-Release – jedenfalls in Deutschland – nur am Rande wahrgenommen wurde.

3 Gedanken zu “Die Klunkerecke: I sell the Dead

  1. Wortman Januar 31, 2016 / 7:06 am

    Hört sich zumindest ndach an, als könnte man es sich mal ansehen.

    • Film und Buch Januar 31, 2016 / 3:15 pm

      Ansehen lohnt sich durchaus. Eine kleine, aber feine Horrorkomödie.

      • Wortman Januar 31, 2016 / 4:51 pm

        Ich hab es mir schon mal notiert ;)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.