Die Klunkerecke: Paganini Horror

paganinihorrorcoverEs gibt Filme, die so schlecht sind, dass sie schon wieder gut sind. Dieses Kriterium trifft eindeutig auf „Paganini Horror“ des italienischen Regisseurs Luigi Cozzi zu. Cozzi dürfte Trash-Fans eher durch seinen SF-Film „Star Crash – Sterne im Duell“ (1978) bekannt sein. „Paganini Horror“, aus dem Jahr 1989, stammt aus der Spätphase des italienischen Horrorfilms.

Es geht um eine Girlband, die nach ihrem letzten Erfolg unbedingt einen neuen Hit braucht. Doch das, was Kate, Elena und Rita zusammenschustern, taugt nicht viel. Da gelangen sie an eine vergessene Komposition Niccolo Paganinis. Sie schreiben die Noten um in einen Popsong, den sie Paganini Horror nennen. Um dem ganzen Projekt noch den letzten Schliff zu verpassen, soll in einem verlassenen Haus, in dem u. a. Paganini selbst gewohnt hat, ein Videoclip gedreht werden. Doch während des Drehs kommt es zu seltsamen Zwischenfällen.

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Rita sieht …

Der lange Vorspann, in dem ein Mädchen mit einem Geigenkoffer durch Venedig läuft, besitzt Stil und lässt auf einen guten Film hoffen. Nach dem Prolog aber kommt es zu einem harten Schnitt und der Film wird wie durch Zauberhand zu einer echten Trashgranate. In einem Tonstudio kommt es zu einem hysterischen Zickenkrieg, da der neue Song nichts taugt. Kurzerhand und ohne weitere Erklärung trifft Daniel, der Drummer der Band, einen seltsamen Mann, der ihm das geheimnisvolle Notenblatt Paganinis für eine Tasche voller Geld verkauft. Der Mann wurde übrigens von niemand anderem als Donald Pleasance gespielt. Gerüchten zufolge soll der Schauspieler während der Dreharbeiten stets völlig betrunken gewesen sein.

Die unlogischen Momente reihen sich weiter aneinander. Aus einem reinen Horrorfilm wird ein Film über unterschiedliche Zeitdimensionen. So als wollte Cozzi dieses Thema dick unterstreichen, hängt in einem der Zimmer ein Bild von Albert Einstein. Personen verschwinden, tauchen wieder auf und verschwinden erneut. Zwischendurch geistert ein Mann mit einer vergoldeten Pappmachemaske durch die Gegend, bei dem es sich um den Teufelsgeiger Paganini handeln soll. Das ganze Hin und Her wird durch trashige Dialoge noch versüßt.

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… den hier.

Man könnte sagen: Eindeutig ein Film für die Tonne. Doch Luigi Cozzi gelang das Kunststück, von Anfang an köstlich zu unterhalten. Das liegt vor allem an der Schnelligkeit der Handlung. Die Story rast richtiggehend von einem Zwischenfall zum nächsten. Und die oben erwähnten Dialoge tun ihr übriges. Hellhörig werden sicherlich Musikfans, denn die Melodie des Songs Paganini Horror ist geradezu identisch mit dem Song Twilight der Band ELO. Es wäre interessant, zu wissen, was Jeff Lynn damals zu diesem Quasi-Plagiat gemeint hat. Doch im Internet sucht man Informationen darüber vergeblich.

Luigi Cozzi ließ sich in seinem Tun nicht beirren und blieb dem Trash-Genre treu. Bis heute dreht er Filme dieser Art, doch lieben ihn seine Fans vor allem oder gerade wegen „Star Crash“ und „Paganini Horror“.

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