Calamaris XXL – Riesenkraken im Film

Während Meeresbiologen und Kryptozoologen noch immer auf der Suche nach den ganz großen Ungeheuern sind, haben diese längst die Leinwand erobert. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Filme es gibt, in denen Riesenkraken ihr Unwesen treiben. Vor allem in den Trash-Granaten der Produktionsfirmen U.F.O, New Image oder The Asylum sorgen sie für Aufregung.

Octopus31942 kämpfte John Wayne in dem Abenteuerfilm „Piraten im karibischen Meer“ gegen einen Riesenkraken und – man höre und staune – zog dabei den Kürzeren. Den bekanntesten Riesenkraken findet man in „20.000 Meilen unter dem Meer“ aus dem Jahr 1954. James Mason als Kapitän Nemo kämpft im Finale des Films mit dem fiesen Monster. Die Mischung aus Stop Motion und Gummiarmen hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren. 1977 nahm es Trash-Star Doug McLure in „Tauchfahrt des Grauens“ mit einem Riesenkraken auf, der sein Forschungsschiff attackiert, bevor er die Taucherglocke in die Tiefe zieht, wo diese durch einen unterirdischen Strudel nach Atlantis gespült wird.

Octopus4Bei Filmen, in denen sich die ganze Handlung um einen Riesenkraken dreht, dürfte der TV-Film „Beast“ (1996) nach dem gleichnamigen Roman des Autors Peter Benchley ein interessantes Beispiel sein. Die Handlung ist derjenigen von „Der weiße Hai“ nicht unähnlich. Wieso auch? Wäre ja eine Zumutung gewesen, sich mal ein anderes Konzept auszudenken. Jedenfalls attackiert der Riesenkalmar ahnungslose Menschen, um sie zu verspeisen. Natürlich wird auf ihn Jagd gemacht. Wie auch bei „Der weiße Hai“, so wird auch aus dem Riesenkraken eine bösartige Killermaschine gemacht, die außer Fressen nichts gelernt hat. Irgendwann ist der Film in die Beinahe-Vergessenheit geraten. Weder wurde er im TV nochmals ausgestrahlt, noch existiert bisher ein DVD-Release.

octopusIm Jahr 2000 stellte New Image den Film „Octopus“ her, eine obskure Mischung aus Agententhriller und Monsterfilm. In der Tat überschneidet die Produktion ziemlich viele Genres, sodass man sich fragt, was Regisseur und Drehbuchautor eigentlich vorhatten. Sicher ist nur, dass ein russischer Spion auf einem U-Boot in die USA gebracht werden soll. Mitten auf dem Weg aber kreuzt das U-Boot das Revier eines durch atomare Strahlung mutierten Riesenkraken, der nicht nur das U-Boot angreift („Ich bin von Feiglingen umgeben! Von Feiglingen!“), sondern am Schluss auch ein Passagierschiff zu Kleinholz verarbeitet. Produziert wurde das ganze von „Expendables“-Produzenten Boaz Davidson. Seltsamerweise gelingt es Regisseur John Eyres die zusammengeschusterte Handlung durchweg unterhaltsam wirken zu lassen.

Anscheinend war der Film sogar recht erfolgreich. Denn ein Jahr später tauchte ein Riesenkrake in „Octopus 2“ im East River auf. Viel Geld war nicht mehr vorhanden, sodass für den Film Szenen aus „Daylight“ verwendet wurden. Unterhaltsam ist der Film auch nicht mehr. Ziemlich zäh zieht sich die Handlung dahin. Wahrscheinlich waren auch die Schauspieler froh, als sie nicht mehr zum Set kommen mussten.

Octopus6Regisseur Tibor Takacs machte sich in den 80er Jahren einen Namen durch seine beiden Horrorfilme „The Gate“ (1987) und „I, Madman“ (1989). Später drehte er nur noch Direct to Video-Produktionen. 2006 führte er Regie bei dem Film „Kraken: Tentacles of the Deep“. Hier geht es um Ray Reiter, der seine Eltern bei dem Angriff eines Riesenkraken verloren hat. Seitdem möchte er es dem Biest heimzahlen. Die Chance bietet sich ihm, als er einen Archäologen trifft, der auf der Suche nach einem griechischen Schatz ist, der von einem Riesenkraken bewacht werden soll. Und was ist? Genau, der Krake schwingt seine acht Arme. Der Film ist gar nicht mal schlecht, die Effekte für einen C-Film besser als gedacht.

Interessant zu erwähnen ist, dass der oben erwähnte „Beast“ zunächst als Kinofilm geplant war, dann aber doch als TV-Zweiteiler umgesetzt wurde. Dies zeigt, dass man Riesenkraken für Kinofilme nicht als Kassenmagnet erachtet. Für Low Budget-Produktionen aber eignen sich die vermeintlichen Seeungeheuer immer wieder. Dabei kommen sie auch gelegentlich als Hybridmonster wie in „Sharktopus“ (2010) vor.

 

3 Gedanken zu “Calamaris XXL – Riesenkraken im Film

  1. xsehu November 3, 2015 / 11:53 am

    Nette Zusammenstellung – Piraten im karibischen Meer und Octopus wurden gleich mal vorgemerkt :D

    • Film und Buch November 3, 2015 / 6:54 pm

      Danke! „Octopus“ ist wirklich unterhaltsam. – „Piraten im karibischen Meer“ lief früher öfters in den dritten Programmen. Höhepunkt war natürlich stets der Riesenkrake. Fand ich damals jedes Mal voll gruselig.

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