Was geschah wirklich in Roswell? – Ein neues Sachbuch über UFOs und die Rolle der US-Army

wrightpattersonDer angebliche UFO-Absturz in der Nähe des kleinen Ortes Roswell sorgt bis heute für viel Gesprächsstoff. Viele Abhandlungen und Romane wurden darüber geschrieben und mehrere Filme darüber gedreht. Die nicht enden wollende Diskussion darüber, was 1947 in der Wüste New Mexicos tatsächlich abgestürzt war, teilt die Beteiligten in genau zwei Lager: in Skeptiker und in Leute, die der Meinung sind, dass damals tatsächlich ein außerirdischer Flugkörper abgestürzt sei.

Die beiden Journalisten Thomas J. Carey und Donald R. Schmitt veröffentlichten nun eine weitere Untersuchung über das Thema mit dem Titel „Im Inneren der wahren Area 51 – Die geheime Geschichte von Wright-Patterson“. Seit den 90er Jahren recherchierten sie in diesem Fall. Das Ergebnis ihrer historischen Spurensuche ist ein fesselndes, interessantes und überaus informatives Sachbuch.

Die Spannung und die Informationsfülle ergibt sich daraus, da beide Autoren den Fall rein objektiv untersuchten. Zur Verfügung standen ihnen dabei historisches Quellenmaterial unterschiedlicher militärischer Archive, Briefe von an dem Roswell-Fall beteiligten hochrangigen Militärs und Interviews mit Angestellten und Wissenschaftlern, die direkt mit dem Fall zu tun hatten.

Ausgangspunkt ist, dass kurz nachdem es in einer Pressekonferenz hieß, dass tatsächlich ein UFO abgestürzt sei, diese Aussage dementiert wurde und nur noch von einem Wetterballon die Rede war. Carey und Schmitt drehten bei ihren Recherchen so ziemlich jeden Stein um. Dabei stießen sie auf viele Ungereimtheiten und Vertuschungsaktionen. Aus dem ihnen vorliegenden Quellenmaterial ergibt sich, dass die Wetterballon-Geschichte ein hastiger Versuch seitens des Militärs war, das Interesse der Öffentichkeit von dem Fall abzulenken. Denn wenn es ein solcher Ballon gewesen sein sollte, wieso wurden dann Teile des Materials, aus dem er bestand, zur Untersuchung in verschiedene Labors gebracht? Aus Interviews mit damals beteilgten Wissenschaftlern zeigt sich, dass diese über die ungewöhnliche Zusammensetzung des Metalls erstaunt waren, da es eine solche Legierung damals (noch) nicht gab. Ein Beweis, dass damals wirklich ein UFO abgestürzt war?

Carey und Schmitt zeigen, dass die Aufregung und die damalige Verhängung einer höchsten Geheimhaltungsstufe zumindest einen bloßen Wetterballon ausschließen. Etwas anderes muss damals in Roswell passiert sein, etwas, von dem die Öffentlichkeit nichts wissen sollte. Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Militärstation Wright-Patterson, auf die sämtliche Wrackteile und angeblich auch Leichen unbekannter Herkunft gebracht wurden.

Beide Autoren erledigen ihre Aufgabe überaus professionell. Sie liefern keinen reißerischen Bericht ab, sondern informieren geradezu nüchtern über die damaligen Vorgänge. Die Details, die Carey und Schmitt ans Tageslicht bringen, sind überaus erstaunlich und regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Unsere Meinung: sehr lesenswert.

Thomas J. Carey/Donald R. Schmitt. Im Inneren der wahren Area 51 – Die geheime Geschichte von Wright-Patterson. Kopp Verlag 2015, 336 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 978-3-86445-224-6

 

 

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