Die Klunkerecke: Teenage Zombies oder Wie man einen Affen und vier Teens bewusstlos werden lässt

teenagezombiesDie Rolle des Mad Scientist war und ist im Normalfall Männern vorbehalten. Nicht so bei dem Trashfilm „Teenage Zombies“ aus dem Jahr 1959. Dort ist es überraschenderweise eine Frau, die die Bewohner der USA in willenlose Zombies verwandeln möchte.

Ihr Name lautet Dr. Myra und ihr Wohnort ist eine einsame Insel vor der Küste eines kleinen Ortes. Die Freunde Rag, Skip, Julie und Pam beschließen eines Tages, die Insel aufzusuchen, die als unbewohnt gilt. Überrascht stellen sie aber fest, dass es dort eine Reihe von Gebäuden gibt. Und schließlich beobachten sie eine Gruppe seltsamer Menschen, die einen Weg entlang zu einem Feld wanken. Angeführt wird diese Gruppe von einer Frau, die sich später, als die Freunde an ihre Haustür klopfen, als Dr. Myra herausstellt. Schnell werden die vier Teenager zu Gefangenen der Wissenschaftlerin, die ein Gas entwickelt hat, das jedes Wesen, das es einatmet, in einen Zombie transformiert. So einen wilden Affen, der dann am Ende des Films nochmals einen kurzen Auftritt hat, und zwischendurch auch Julie und Pam. Rag und Skip versuchen, ihre Freundinnen zu befreien und zugleich Dr. Myra das Handwerk zu legen.

teenagezombies1Bei den Dreharbeiten setzte man zum großen Teil auf natürliche bzw. echte Kulissen. So muss als Labor von Dr. Myra ein Einfamilienhaus herhalten. Wenn die Teenies das Haus von Dr. Myra betreten, so landen sie als erstes in der Küche mit Blümchentapete. Als Labor diente wahrscheinlich eine einfache Lagerhalle, möglicherweise aber auch dasselbe Haus. Am gelungensten aber ist die Polizeistation: eine Bretterwand mit einem kleinen, rechteckigen Fenster darin, hinter der ein Officer sitzt.

teenagezombies2Regisseur Jerry Warren schafft es dennoch, die Handlung interessant und irgendwie spannend zu erzählen. Dies vor allem dadurch, da Warren auf Schnelligkeit setzt. Er hält sich nicht lange bei einer einzigen Situation auf, sondern jagt von einer Sequenz zur nächsten. Höhepunkt von „Teenage Zombies“ ist eine lange Rangelei zwischen den Freunden und Dr. Myra und ihren Helfern. Gegen Ende mischt dann auch noch der Affe mit (wohl überflüssig zu erwähnen, dass es sich hierbei um einen Mann im rupfigen Affenkostüm handelt).

„Teenage Zombies“ zählt zu den 50 schlechtesten Filmen, die jemals gedreht wurden, und Regisseur Jerry Warren, der eine ganze Reihe von Low-Budget-Filmen gedreht hat, ist bis heute eigentlich nur für diesen einen Film bekannt. Dennoch ist es in der Tat bemerkenswert, dass dies der wohl einzige Film aus den 50er Jahren ist, in dem eine Frau die Rolle des „verrückten Professors“ einnimmt. In diesem Sinne ist er durchaus ein Vorläufer der darauf folgenden Emanzipationsbewegung. Die Frau in „Teenage Zombies“ möchte die Herrschaft über die amerikanische Gesellschaft erlangen. Die Männer sind ihr untergeordnet. So gesehen ist Warrens Film ein außergewöhnliches Stück Filmgeschichte.

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