Der Erste Weltkrieg und die Künste – Ein Beitrag von Richard Albrecht

DER ERSTE WELTKRIEG UND DIE KÜNSTE
Vortragsexposé zur Wirksamkeit von DADA
Richard Albrecht

„Der erste Weltkrieg ist ein zentrales Thema für die Dada-Künstler. Dada steht dem Kriegstreiben ablehnend gegenüber und er wird für sinnlos erklärt. Dada versteht sich als ein „Protest“ gegen die Gesellschaft und gegen die vorherigen Kunststile. Für die Dadaisten steht die Provokation im Vordergrund. Neben dem Medium Sprache drückt sich Dada in der Malerei aus und geht hier neue Wege. Die Collagentechnik entsteht und findet mit Kurt Schwitters einen Höhepunkt innerhalb des Dada. […] Die Fotomontage erlebt ebenfalls im Dada ihre Geburt. Die Fotomontage bietet den Dadakünstlern neue Möglichkeiten ihren Werken eine bislang nicht erreichte Wirkung zu verleihen. Die Fotografie ist zu dieser Zeit noch jung und die Menschen verbinden mit ihr den Touch des „Wahren“. Mittels künstlerisch und handwerklich raffiniert erstellter Fotomontagen können die Dadaisten Menschen zueinander in Beziehung setzen, wie sie in der Wirklichkeit nicht zu realisieren wären. Prägnantes Beispiel hierfür ist John Heartfield, der mit seinem eher politischen Kunst-Gesamtwerk sich stark gegen den Nationalsozialismus und für die sozialistische Idee verschrieb.“[1]

John Heartfield: So sieht der Heldentod aus (1917)
Netzquelle: http://www.zeitenblicke.de/2004/01/derenthal/ [Abbildung 1]

Im ersten Teil seines Vortrags faßt der Autor als erfahrener historisch arbeitender Sozialforscher im Anschluß an Eric J. Hobsbawms allgemeinen kultursoziologischen Ansatz[2] und als synchrone Dimension seine speziellen Forschungen zur historisch wichtigsten antibellizistischen Kunstströmung im ersten großen „Weltfest des Todes“ (Thomas Mann) mit Schwerpunkt auf Entstehung, Wirkung und Ausdrucksformen DADA-Züri kurz zusammen[3]. Im zweiten, ausgreifenden Teil geht es in Form eines Grundbeitrags um die diachrone Dimension, genauer: um postbellizistische Verbreitung(en) des DADA-Aufbruchs und seiner politästhetischen Wirksamkeit(en) seit 1919 sowohl im Osten als auch im Westen: in Rußland (ab 1923 Sowjet-Union/UdSSR: Союз Советских Социалистических Республик / СССР) u n d in den USA (United States of America) bis Mitte der 1920er Jahre des letzten „kurzen“ Jahrhunderts.

[1] http://www.kunst-zeiten.de/Dada-Allgemein
[2] Erich Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Dt. Yvonne Badal. München-Wien: Hanser, 1995: 228ff.; zum Autor vgl. den Nekrolog
http://soziologieheute.wordpress.com/2012/10/02/eric-j-hobwsbawm-1917-2012/
[3] Richard Albrecht, Dada, Dadaismus, Hans Arp: Kunst als Event – Show – Performance; in: soziologie heute, 4 (2011) 18: 28-32; Netzfassungen: https://filmundbuch.wordpress.com/2012/12/13/dada-dadaismus-hans-arp-ein-artikel-von-richard-albrecht/ [und] http://www.poetenladen.de/richard-albrecht-dadaismus.php; als übergreifend-allgemeinen und historisch fundierten Ansatz vgl. Wilma Ruth Albrecht, „Wer von den Produktionsver-hältnissen nicht redenwill, sollte vom malerischen Schaffen schweigen …” Eine illustrierte These zur Malerei als Prolegomena einer speziellen Soziologie der Künste; in: soziologie heute, 3 (2010) 14: 18-23; erweiterte Netz-version http://soziologisch.wordpress.com/2013/12/21/illustrierte-these-zur-malerei/

Richard Albrecht ist ausgebildeter Journalist, betrieblicher Ausbilder, promovierter und habilitierter Sozialwissenschaftler und lebt seit seiner Beurlaubung als Privatdozent 1989 als unabhängiger Wissenschaftsjournalist, Editor und Autor in Bad Münstereifel. 1991 Veröffentlichung des Forschungsansatzes THE UTOPIAN PARADIGM. 1994/97 Redaktionsleiter der Carl-Zuckmayer-Blätter und Hg. Theater- und Kulturwissenschaftliche Studien. 2002/07 Hg. des Netzmagazins rechtskultur.de. 2005/10 Forschungen zum ARMENOZID als erstem Völkermord im 20. Jahrhundert. 2011 erschien als bisher letzte Buchveröffentlichung HELDENTOD. Kurze Texte aus Langen Jahren. Netzarchiv des Autors http://wissenschaftsakademie.net

(c) Richard Albrecht (2013)

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