Twilight Zone – Eine Filmrezension

twilight zone

Kaum eine andere TV-Serie prägte das Bild der US-Popkultur wie „Twilight Zone“, die Anfang Oktober 1959 zum ersten Mal gesendet wurde. Erfinder dieser mehrfach mit dem Emmy-Award ausgezeichneten Serie war Rod Serling. Er schrieb nicht nur die meisten Drehbücher selbst, sondern trat auch als ausführender Produzent in Erscheinung.

Die Geschichten von „Twilight Zone“ beschreiten, wie der Titel der Serie bereits andeutet, den Grad zwischen Realität und Traum oder besser Albtraum. Das Konzept war damals neu und schien, was die Einschaltquoten betraf, zunächst ein Flop zu werden. Doch nach und nach entwickelte sich eine Art Hype um die Serie, was eben dazu führte, dass sie nicht nur zu einem wesentlichen Merkmal der Popkultur wurde, sondern diese stark beeinflusste. Mystery-Serien wie „Twin Peaks“, „Outer Limits“ oder „Akte X“ sind im Grunde genommen Weiterentwicklungen von „Twilight Zone“.

 Die komplette erste Staffel der Serie von 1959/60 ist nun in einer DVD-Box erschienen. Die einzelnen Episoden gehören unterschiedlichen Genres an und reichen von Science Fiction bis zum Psychothriller. Allen Geschichten gemein ist, dass sie mit surrealen Aspekten arbeiten. Rod Serling bleibt jedoch keineswegs oberflächlich. Er hauchte seinen Geschichten stets eine Prise Tragik ein, was den einzelnen Filmen fast schon eine poetische Note verleiht. Gelegentlich verbirgt sich in den jeweiligen Episoden auch eine scharfe Sozialkritik. Vor allem die Episode „Nicht nach Fahrplan“ kann als eine Kritik am Kapitalismus bewertet werden. „Die Monster der Maple Street“ veranschaulicht, wie schnell Zivilisation in Barbarei umschlagen kann. Genauso wenig aber fehlt es den einzelnen Filmen an Ironie und Witz. Zugleich ist jede Episode für sich ungemein spannend und teilweise recht unheimlich. So ist z.B. „Das Kind auf der Treppe“ eine Mischung aus Mystery- und Psychothriller, der an Spannung nichts zu wünschen übrig lässt. Mit der Episode „Traum vom Comeback“ schrieb die Serie einmal mehr Fernsehgeschichte. Fast sämtliche Figuren werden von schwarzen Schauspielern dargestellt, eine absolute Sensation am Ende der 50er Jahre.

Betrachtet man die Box als Ganzes, so hat es diese durchaus in sich. Neben der kompletten ersten Staffel (36 Episoden) befinden sich noch haufenweise Extras auf den DVDs. Diese reichen von den damals eingeblendeten Werbeclips bis hin zu den damaligen Radiohörspielen. Es gibt mehrere Interviews und noch einen TV-Film, für den Rod Serling das Drehbuch geschrieben hat. Ausschnitte aus „Emmy“-Verleihungen, bei denen Serling jeweils den Preis entgegennimmt, sind ebenfalls darauf zu finden. Das macht die Twilight Zone-Box zu einem wahren Feuerwerk nicht nur für Phantasikfans.

Titel: Twilight Zone, Regie: John Brahm u. a., Drehbuch: Rod Serling, Charles Beaumont, Richard Matheson, Produktion: Buck Houghton, Rod Serling. USA  1959-1960 (36 Folgen), Laufzeit: 892 Min.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.