The Berlin File – Eine Rezension

berlin file
The Berlin File ist ein erstklassiger Agententhriller aus Südkorea.

Kaum ist das Feuer in dem fulminanten Blockbuster The Tower gelöscht, schon liefert Südkoreas Filmindustrie den nächsten Kassenschlager. The Berlin File ist die erste koreanische Produktion, die fast vollständig in Europa gedreht wurde. Hauptschauplatz ist, wie der Titel bereits verrät, Berlin. Dort drehte Regisseur Ryoo Seung-Wan am Brandenburger Tor und weiteren Originalschauplätzen. Die Besetzung ist dementsprechend international. Neben den koreanischen Stars treten sowohl deutsche als auch amerikanische Schauspieler auf.

Der Film handelt von Jong-Seung, einem nordkoreanischen Spion, der plötzlich zwischen die Fronten gerät. Schuld daran ist zum einen ein missglücktes Waffengeschäft, durch das südkoreanische Agenten auf seine Spur kommen, und zum anderen ein nordkoreanischer Botschaftsmitarbeiter, der versucht, überzulaufen. Anscheinend ist Jong-Seungs Frau, die Agentin Jung-Hee, ebenfalls in den geplanten Seitenwechsel verwickelt. Die Regierung in Nordkorea bekommt davon mit und schickt daraufhin einen weiteren Agenten nach Berlin, der für „klare Verhältnisse“ sorgen soll…

Ryoo Seung-Wan gelingt mit seinem selbst produzierten Agententhriller ein spannendes und actionreiches Spektakel. Die Geschichte ist konsequent erzählt, wenn sie auch hin und wieder aufgrund der Vielzahl an Geheimdiensten etwas wirr wird. Doch Ryoo behält stets die Kontrolle und verliert sich nicht in einem Kuddelmuddel. Dabei zitiert er gerne klassische Agententhriller wie etwa Der Spion, der aus der Kälte kam. Als kleiner Gag überrreicht ein südkoreanischer Agent einem Mitarbeiter des CIA dann auch ein Buch von John Le Carre. Viel verdankt der Film natürlich den Originalschauplätzen, die der Handlung die notwendige Atmosphäre verleiht. Die Actionszenen sind erstklassig choreographiert. Einer der Höhepunkt hierbei ist der Sturz Jong-Seungs durch ein Glasdach. Aber auch die Dramatik kommt in diesem Film keineswegs zu kurz. Ha Jong-Woo spielt die Rolle des gegenüber seiner Frau hin- und hergerissenen Agenten Jong-Seung ungeheuer gut.  Er hat die Pflicht, gegen sie vorzugehen, zugleich kann er sich nicht dazu überwinden. Jung-Hee, gespielt von „Sassy Girl“ Jeon Ji-Hyeon, ist ebenfalls gekennzeichnet durch einen gebrochenen Charakter, da sie immer wieder Aufträge bekommt, mit anderen Männern ins Bett zu gehen, um an wichgtige Informationen zu gelangen. Beide Schauspieler wirken in ihren Rollen absolut überzeugend, sodass der Film keineswegs oberflächliches Popkornkino ist, sondern eine dramatische Tiefe erhält, die in vielen Hollywood-Filmen fehlt.

The Berlin File (Originaltitel: Berlin), Regie, Drehbuch, Produktion: Ryoo Seung-Wan, Darsteller: Ha Jung-Woo, Jeon Ji-Hyeon, Han Suk-Kyu, Ryoo Seung-Bum, John Keogh. Südkorea 2013. Laufzeit: 120 Min.

 

 

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